Gute Besserung für kleine Sorgenkinder

 

 

Wurzelläuse

 

Diese kleinen Biester sind eine der häufigsten Plagen, mit denen sich Aurikel-Sammler herumärgern. Sie befallen – wie der Name schon vermuten lässt – die Wurzeln der Pflanzen und wenn sie Überhand nehmen, können sie tatsächlich Schäden anrichten. Man erkennt sie insbesondere an kleinen, weißen, watteartigen Gebilden am Wurzelhals und den Wurzeln der Pflanze bzw. beim Austopfen auch an weißen Flecken an den Innenwänden des Topfes. Die Läuse selbst sind eher unscheinbar cremefarben und verstecken sich – ähnlich wie Wollläuse – in diesen wasserabweisenden Kuschelflocken.

 

Bekämpfen lassen sich die Läuse einerseits mit der chemischen Keule. Insofern werden im Handel verschiedene Kombi-Präparate gegen beißende und saugende Schädlinge angeboten. Wer dagegen auf Gift verzichten möchte, sollte zur Vorsorge insbesondere darauf achten, dass das Pflanzsubstrat gleichmäßig feucht bleibt, jedenfalls aber nicht vollkommen austrocknet (was angesichts der Nässe-empfindlichkeit der Aurikeln zugegebenermaßen ein kleiner Eiertanz ist). Nach meiner Erfahrung lässt sich die Gefahr des Befalls insbesondere durch ein regelmäßiges Umtopfen eindämmen. Ich topfe grundsätzlich einmal jährlich, denn es fällt den kleinen Plagegeistern offensichtlich schwer, sich im frischen und humosen Substrat zu etablieren. Haben sich dennoch mal ein paar kleine Untermieter eingeschlichen, lassen sich diese mit ein bisschen Fingerspitzengefühl recht einfach per Hand von den Wurzeln abreiben bzw. beim Einkürzen einfach mit entfernen.

 

 

Dickmaulrüssler

 

Der Dickmaulrüssler ist ein ca. 1 cm großer, grau-brauner, flugunfähiger Käfer, der den Aurikeln sowohl im ausgewachsen Stadium als auch als Larve gefährlich werden kann. Die Käfer selbst fressen am liebsten an den Blättern herum und man erkennt oft zuerst das Resultat: verdächtige, runde Fraß-Löcher am Blattrand oder auch mitten drin. Außerdem versuchen sie, ihre Eier in die Erde rund um die Pflanze zu legen. Die Käfer flitzen ziemlich schnell weg oder lassen sich – besonders hinterhältig – einfach fallen und stellen sich tot. Im Gras oder auf der Erde findet man sie dann kaum wieder. Die gefräßigen Larven – cremefarben mit etwas dunklerem Kopf – haben es dagegen auf die Wurzeln abgesehen und sind damit umso gefährlicher. Sie leben unter der Erde und sind daher praktisch nur beim Austopfen oder daran zu erkennen, dass eine Pflanze plötzlich ohne äußerlich ersichtlichen Grund abstirbt.

 

Zur Bekämpfung bzw. sogar zur Vorbeugung gegen den Dickmaulrüssler verwenden viele Sammler und Züchter Insektizide. Auch insofern haben sich die handels-üblichen Kombi-Produkte gegen beißende und saugende Schädlinge bewehrt. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass die Käfer gar nicht überall auftreten, d.h. durchaus Regionen existieren, in den sie nicht vorkommen bzw. zumindest kein Problem darstellen. In diesem Fall sollte man den Gifteinsatz daher durchaus kritisch überdenken.

 



Rote Spinne / Spinnmilben

 

Diese lästigen Plagegeister sind winzig klein, meist blaß-grün oder beige und mit dem bloßen Auge oft gar nicht als solche zu erkennen. Nur in den Herbst-/Wintermonaten sieht man sie als winzige rot-orange Punkte auf der Pflanze „hocken“ - das sind dann die ausgewachsenen Muttertiere, die den Winter überdauern wollen (daher es lohnt die Mühe, diese zu entfernen). Sichtbar wird der Befall im Rest des Jahres in erster Linie durch plötzlich ungesund aussehende Blätter. Sie wirken fleckig, gelblich-braun, irgendwie ausgebleicht oder wie mit unzähligen Nadelstichen punktiert. Sie trocknen dann buchstäblich aus und sterben ab. Bei besonders akutem Befall kann die Pflanze sogar von einem feinen Gespinst überzogen sein. Häufig verstecken sich die Spinnentiere auf der unteren Blattseite, da sie dort besser vor Feuchtigkeit geschützt sind. Ich persönlich habe auch die Erfahrung gemacht, dass bemehlte Pflanzen anfälliger bzw. "beliebter" bei den Spinnmilben sind. Vielleicht, weil die bemehlten Blätter ja besonders vor Wasser geschützt werden und die Farina bis zu einem gewissen Punkt sogar wasserabweisend wirkt.

 

Denn Wasser ist den Spinnmilben, ebenso wie frische Luft, ein Gräuel. Wirklich wirksame Schädlingsbekämpfungsmittel, mit denen man ihnen langfristig beikommen kann, sind mir dagegen leider nicht bekannt, da die Tiere schnell Immunitäten entwickeln. Bei ganz akutem Befall kann eine Sprüh-Behandlung (konkrete Anwendungshinweise beachten) aber durchaus hilfreich sein. Da ich in meinem Garten im Übrigen möglichst auf die chemische Keule verzichte, bin ich froh, auch gute Erfahrungen mit der Wasserkur gemacht zu haben. Die Spinnentiere treten häufig im Hochsommer auf, also wenn die Blüh- und Ausstellungszeit vorüber ist. Daher greife ich beherzt zum Gartenschlauch und überrasche sie mit einer kalten Dusche aus der feinsten Sprühnebel-Düse. Im Zweifel verzichte ich lieber auf ein wenig Farina und habe dafür gesunde Pflanzen. Hierbei wird jedes Blatt mit Wasser eingesprüht und bitte vor allem auch die Unterseiten der Blätter nicht vergessen. Besonders effektiv ist es, wenn man die feuchten Blätter zusätzlich noch mit den Fingern abwischt und dabei gleich die Milben nebst Nachwuchs abreibt. Es empfiehlt sich, diese Prozedur dann mehrfach, im Abstand von je 1-2 Tagen zu wiederholen, da man meist nicht alle Spinnmilben auf einmal erwischt. (Wer die Pflanzen nicht ständig Duschen mag, kann bei den Wiederholungsbehandlungen dann auch nur mit angefeuchteten Fingern „nachwischen“). Außerdem wirkt ein luftiges Plätzchen im (Halb)Schatten unterstützend.

 



Wurzel- und Pflanzenfäule (Botrytis)



Diese durch einen Schimmelpilz hervorgerufene Krankheit ist ziemlich heimtückisch. Man erkennt sie im günstigeren Fall daran, dass die Pflanze offenbar ohne ersichtlichen Grund zu faulen beginnt. Dies geschieht meist direkt am Wuchskegel in der Mitte der Blattrosette oder auch am Wurzelhals der Pflanze. Das Gewebe wirkt dann plötzlich bränlich, manchmal auch glasig, wie erfroren und matschig. Empfindliche bzw. erfahrene Nasen können diese Krankheit auch buchstäblich riechen, denn die befallene Pflanze beginnt, einen stechenden Geruch abzusondern. Schreitet die Krankheit weiter fort, breitet sich der Pilz aus und überzieht letztendlich alles mit einem grauen Schimmelrasen, von dem aus die aggressiven Sporen auf die benachbarten Pflanzen übertragen werden. Deshalb ist es so wichtig, beim kleinesten Anzeichen von Schimmel z.B. das betroffene Blatt sofort zu entfernen.

 

Ist die Blattrosette selbst betroffen, kann man nur noch schnellstmöglich alle gesunden Ableger entfernen und in frische Erde topfen. Mitunter gelingt es auch, den befallenen Teil großzügig wegzuschneiden und den noch gesunden Wurzelteil wieder austreiben zu lassen bzw. die daran befindlichen, aber zum Entfernen noch zu kleinen Ableger großzuziehen. Ist dagegen die Wurzel bzw. der Wurzelhals betroffen, sollte man ebenfalls versuchen, das befallene Gewebe wegzuschneiden. Keine Angst, wenn dabei die Hälfte des „Stamms“ draufgeht. Viele Pflanzen sind durchaus in der Lage, mit dem Rest zu überleben, so dass es einen Versuch auf jeden Fall wert ist. Jede Schnittstelle bitte anschließend mit Holzkohlepuder (im Fachhandel oder preisgünstig als "Restprodukt" aus den Grillkohletüten) bestäuben und möglichst trocken halten, bis die Pflanze selbst für den Wundverschluss gesorgt hat.

Achtung: Ein anderes Symptom dafür, dass die Wurzeln zu faulen beginnen, sind plötzlich gelbliche bzw. fahl-trockene Außenblätter (die ich versucht habe, auf dem Foto einzufangen). Ursache ist hier oft eine vorangegangene zu üppige Düngung, zu feuchtes / kompaktes Substrat bzw. eine Vernachlässigung des jährlichen Umtopf-Turnus‘. In diesem Fall ist schnellstmögliches Handeln geboten! Die Erde sollte sofort tiefgründig aufgelockert und die Pflanze möglichst trocken gehalten werden. Besser ist es aber, sogleich in frisches, ungedüngtes und luftiges Substrat umzutopfen. Die geschädigten Wurzelteile (meist sind das dann die kleineren Seitenwurzeln oder der untere Teil der Hauptwurzel) werden entfernt, die Schnittstellen mit Holzkohlepuder desinfiziert. Danach trockener halten, bis sich neues Wachstum zeigt.

 



Gelbgesprenkelte Blätter ..



.. sind ein Zeichen für eine etwas lästige, aber im Großen und Ganzen nicht sonderlich schädliche Viruserkrankung. Sie gilt m.E. als nicht ansteckend auf benachbarte Pflanzen, überträgt sich jedoch oft auf die Ableger der Mutterpflanze. Sie tritt insbesondere in den Monaten zutage, in denen sich das Blattwachstum verlangsamt, also zwischen Spätherbst und zeitigem Frühjahr. Ein „Heilmittel“ ist – soweit ich weiß – leider nicht bekannt. Allerdings habe ich bislang neben den das Erscheinungsbild der Pflanze vorübergehend ein wenig beeinträchtigenden, hellen Sprenkel auf einigen Blättern noch keine weiteren negativen Auswirkungen festgestellt, so dass diese kein Grund für große Panik sein sollten.

 

 

Gelbliche Blätter insgesamt ..



.. sind dagegen häufig ein Zeichen für Eisenmangel, den man leicht mit einem entsprechenden Dünger ausgleichen kann. Die meisten handelsüblichen Präparate für blühende Pflanzen enthalten ohnehin Eisen (Fe). Es gibt aber auch entsprechende Produkte mit einem erhöhten Eisenanteil, z.B. für Zitruspflanzen. Diesen verwende ich daher im Notfall als „Erste Hilfe“. 

aktuelles

Auch wenn es einige meiner Mutterpflanzen offenbar nicht wahrhaben wollen und nach wie vor blühen bzw. Knospen ansetzen ..

.. der Winter steht vor der Tür. Vielerorts gibt es inzwischen schon die ersten Nachtfröste. Die großen Sommer-Blätter vergilben nun rasch. Wenn diese glasig bzw. matschig wirken, wird es höchste Zeit, sie - ebenso wie vertrocknete oder erfrorene Blätter - vorsichtig von der Pflanze zu entfernen, um Fäulnis und Schimmelbefall vorzubeugen.

 

Tipp: Einfacher geht es, wenn man die Blätter bereits entfernt, wenn diese gerade gelb geworden sind, aber noch eine feste Blattstruktur haben.

Nach dem Ausputzen bleiben dann oft nur die kompakten, inneren Blattrosetten zurück. Diese scheinen über einen natürlichen Frostschutz zu verfügen und überstehen so selbst eisige Temperaturen ohne nennenswerte Schäden.